Ganz spontan entschlossen wir uns, die Ziegen zu verladen und nach Haithabu zu fahren. Es war Sonntag, die Sonne schien und schon lange beschäftigt uns die Idee, auf dem Halbkreiswall in Haithabu mit den Ziegen zu wandern und dabei etwas zur einstigen Besiedlung zu erzählen. Da wir sie nicht anleinen, galt es herauszufinden wie sie sich verhalten, wenn ihnen Hunde begegnen, ganze viele Menschen, die sie streicheln wollen oder wenn besonders schmackhafte Pflanzen am Wegesrand stehen.

Wir parkten am Nordtor und liefen von dort los auf dem Wall Richtung Süden. Der Weg ist derzeit übersäht von Eicheln, die sehr gut
schmecken, aber nur, wenn sie von Menschenhand gereicht werden. Selber
aufspüren und fressen ist völlig uninteressant. Der erste uns begegnende Hund, ein Irish Setter, war angeleint und musste sich auf’s Bellen und an-der-Leine-Hochspringen beschränken und die Ziegen waren hiervon eher unbeeindruckt wie erwartet. Weitere Hunde waren deutlich kleiner und passierten nahezu unbemerkt. Am südlichsten Ende angekommen, machten wir eine kleine Pause auf der Bank. Hier trafen wir ein Pärchen, das zunächst kaum Interesse zeigte an den Ziegen im Gegensatz zu Mondschein, unserem weißen “Schlachtschiff”. Sie schloss sich ihnen unbeirrt an trotz nachhaltigen Rufens unsererseits im Wechsel mit dem sogenannten “Fressgeräusch”, ein Schnalzen, dem in der Regel Futter folgt. Weg waren sie – alle vier. Lüttich jedoch, als jüngster, konnte irgendwann unserem Locken nicht mehr widerstehen und trat den Rückzug an.

Unsere weitere Route führte dann über die Verbindung zwischen Nord- und Südtor, an den rekonstruierten Häusern Haithabus vorbei . Ab dort Richtung Nordtor war reger Besucherverkehr. Viele Hände, die mal streicheln wollten. Häufiges Stehenbleiben, viele Hunde. Dennoch blieb alles völlig entspannt. Vom Nordtor aus liefen wir Richtung Wikingermuseum, jedoch nicht über den Wall. Der Teil des Walls gehört den Schafen. Wir wählten den zunächst schattigen Weg Richtung Noor. Auch hier galt es, den wahren Herdenführern, nämlich uns, treu zu bleiben. Es gelang problemlos. Die Gelegenheit auf Wasser an der stetig sprudelnden Quelle ließen sie ungenutzt verstreichen, nicht so wir. Es schmeckt einfach gut!!

Der letzte Teil des Weges führte uns vorbei an der Freilichtbühne der Midgaard Skalden und über die Hochburg zurück zum Nordtor und war geprägt von offensichtlicher Müdigkeit und Sättigungsgefühl. Zurück am Viehanhänger waren wir nach zwei Stunden entspannten Wanderns. Das Projekt “Historische Ziegenwanderung in Haithabu” kann anlaufen.