Es ist nicht lange her, da sollte eine große Party im Garten steigen. Das ist schon was Besonderes, nicht nur für Mensch auch für Tier. Direkt am Gehege errichteten wir zunächst einen Pavillon. Dazu mussten Stangen sortiert werden. Dieses Hin und Her, eine Stange dort, eine hier, wurde durch synchrones Kopfdrehen – ähnlich der Zuschauer in einem Tennisstadion – beobachtet. Kaum stand das rostige Gestänge, versuchte Rannvi, unsere mutigste Ziege, mit der Schnauze durch den Zaun daran zu knabbern. Da dieses Unterfangen Rannvi keinen Schaden zutrug, beteiligten sich auch gleich die anderen an der Kostprobe. Als die Abspannschnüre in’s Spiel kamen, drängte sich Lüttich in den Vordergrund, der grundsätzlich an allem lutscht, was baumelt. Es ist nicht so, dass uns nicht ein klitzekleines schlechtes Gewissen an diesem Abend plagte, da die Ziegen bereits tagsüber einen langen Waldspaziergang hinter sich und natürlich ihre Ruhe verdient hatten, die wir mit lauter Musik und typischer Partygeräuschkulisse störten. Mit “macht nix, ist ja nur einmal” und “die werden schon schlafen” versuchten wir uns zu beruhigen. Mit einsetzender Dunkelheit und zeitgleich entfachtem Lagerfeuer standen sie dann am Zaun und guckten in’s Feuer. Kennen wir schon, machen sie immer, wenn Feuer brennt. Als dann aber zu deutlich späterer Stunde und gestiegenem Promillewert die Metalfraktion der Gäste sich was wünschen durfte, kamen sie erneut aus dem Dunkel ihres Geheges und guckten interessiert durch den Zaun. Aha Metalfreaks sind sie also. Dann war unsere Sorge wohl umsonst. Am nächsten Tag waren sie alles andere als müde, was man von uns nicht behaupten konnte.