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Ziegenspass

Danevirke Danewerk

Tagebuch Posted on Fri, March 01, 2019 13:25:18

In diesem Jahr dürfen unsere Ziegen am Danewerk den Wall beleben. Dazu sind wir heute schon mal dort spazieren gegangen oder sollte ich sagen “wir haben es ausgekundschaftet”? Passt wohl besser zu der Historie dort. Auskundschaften bezieht sich auf das Herausfinden, wo das Nahrungsangebot am größten ist. Auf dem Wall, in der Schanze, neben dem Wall …? Letztlich blieb nur die Erkenntnis: Es ist und bleibt März und damit wächst im Moment einfach nichts, nicht mal am Danewerk.



Oh Tannebaum

Tagebuch Posted on Mon, January 14, 2019 12:09:56

“Heu, immer nur Heu!” Wenn sie sprechen könnten, würden sie uns genau das sagen. So ab Ende Dezember reicht es ihnen mit dem getrockneten Gras. Und uns reicht es, maulige Ziegen im Garten zu haben. Vor allem Mondschein weiss das gut auszudrücken. Da wird nicht mehr absichtslos geschlendert, sondern mit durchgedrücktem Rücken und steil aufgestellten Ohren stolziert, geradezu patroulliert. Wer ihr von den anderen zu nahe kommt, wird weggeschubst. Deswegen freuen wir uns alle so auf die 14 Tage ab dem 02. Januar. Da fliegen die Weihnachtsbäume raus und landen – vornehmlich im Dunklen – wie von Zauberhand in unserem Ziegengehege. Ja, das ist ein Festschmaus und lässt die Laune steigen. Bis auf die “Knochen” wird alles abgenagt vom Tannebaum. So retten wir uns bis Anfang Februar und dann? Dann wird wohl wieder patroulliert.



Baumrinde, hier: Apfelbaum

Tagebuch Posted on Wed, November 07, 2018 16:44:48

Wusstest du, dass Ziegen so ein “Mittelding” zwischen Schaf und Reh sind? Nee? Also das mit dem Reh, das kann ich dir beweisen. Rehe nagen ja gerne Rinde und die vier Kandidaten in unserem Garten … ja, die tun das auch.
Gestern haben wir nämlich den kleinen Apfelbaum im Ziegengehege gefällt und nach ein paar Stunden sah er so aus:

Schälen (Definition) =

etwas von seiner Schale befreien durch
Abschneiden als dünne Schicht oder durch Abziehen (… mit den Zähnen smiley)

Englisch = to peel of something, remove bit by
bit

Plattdeutsch = affpillen

Dänisch = skræl

Schwedisch = skrelle

Irish = craiceann




Heiß auf Mais

Tagebuch Posted on Tue, October 09, 2018 10:53:45

Wir leben neben so einem Stück Erde, dass seine Nährstoffe in dem ein oder anderen Jahr an “Heiz-Mais-Pflanzen” abgeben muss. So auch in diesem Sommer. Doch vor wenigen Wochen hat ein Lohnunternehmen in ein paar Stunden aus dem Stengel-Labyrinth wieder eine überschaubare Fläche gemacht. Hieß für uns, dass wir den kleinen Durchgang von unserem Grundstück auf das Nachbarfeld wieder nutzen können, um mit den Ziegen zu den kulinarischen Köstlichkeiten der Feldränder zu gehen. Hier sind derweil Brombeeren, Holunder und Escheblätter zu haben. Bisher stets eine Verlockung doch anscheinend nichts gegen die liegengebliebenen Reste der Maispflanzen. Keines Blickes werden die Knicks gewürdigt. Kleine Inseln aus strohigen Maisfasern, manchmal getoppt mit Maiskolben sind das Highlight des Frühherbstes. Da wird sich sogar von der Herde entfernt, um sich einen Fress-Vorteil zu verschaffen. Hatten wir bisher eine eher genervte Einstellung zu dem sogenannten “Energie”-Mais, haben wir jetzt die Chance, das Gewächs nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.



Lieblingsplätze

Tagebuch Posted on Sun, September 09, 2018 17:29:00

Lieblingsplätze kennen wir Menschen ja nur zu gut. Der Platz am Ofen, der Stuhl am Esstisch, der am großen Fenster steht oder im Garten im Schatten unter der Erle am Knick. Auch Ziegen haben ihre Lieblingsplätze. Mondschein liegt am liebsten im Stalleingang, Rannvi auf dem Eichentisch im Gehege, Asa liegt soo gerne im Stall. Lüttich aber liegt am liebsten in der Futterwanne…… wenn es regnet. Oh man, Lüttich!



Haithabu

Tagebuch Posted on Mon, September 03, 2018 10:31:14

Ganz spontan entschlossen wir uns, die Ziegen zu verladen und nach Haithabu zu fahren. Es war Sonntag, die Sonne schien und schon lange beschäftigt uns die Idee, auf dem Halbkreiswall in Haithabu mit den Ziegen zu wandern und dabei etwas zur einstigen Besiedlung zu erzählen. Da wir sie nicht anleinen, galt es herauszufinden wie sie sich verhalten, wenn ihnen Hunde begegnen, ganze viele Menschen, die sie streicheln wollen oder wenn besonders schmackhafte Pflanzen am Wegesrand stehen.

Wir parkten am Nordtor und liefen von dort los auf dem Wall Richtung Süden. Der Weg ist derzeit übersäht von Eicheln, die sehr gut
schmecken, aber nur, wenn sie von Menschenhand gereicht werden. Selber
aufspüren und fressen ist völlig uninteressant. Der erste uns begegnende Hund, ein Irish Setter, war angeleint und musste sich auf’s Bellen und an-der-Leine-Hochspringen beschränken und die Ziegen waren hiervon eher unbeeindruckt wie erwartet. Weitere Hunde waren deutlich kleiner und passierten nahezu unbemerkt. Am südlichsten Ende angekommen, machten wir eine kleine Pause auf der Bank. Hier trafen wir ein Pärchen, das zunächst kaum Interesse zeigte an den Ziegen im Gegensatz zu Mondschein, unserem weißen “Schlachtschiff”. Sie schloss sich ihnen unbeirrt an trotz nachhaltigen Rufens unsererseits im Wechsel mit dem sogenannten “Fressgeräusch”, ein Schnalzen, dem in der Regel Futter folgt. Weg waren sie – alle vier. Lüttich jedoch, als jüngster, konnte irgendwann unserem Locken nicht mehr widerstehen und trat den Rückzug an.

Unsere weitere Route führte dann über die Verbindung zwischen Nord- und Südtor, an den rekonstruierten Häusern Haithabus vorbei . Ab dort Richtung Nordtor war reger Besucherverkehr. Viele Hände, die mal streicheln wollten. Häufiges Stehenbleiben, viele Hunde. Dennoch blieb alles völlig entspannt. Vom Nordtor aus liefen wir Richtung Wikingermuseum, jedoch nicht über den Wall. Der Teil des Walls gehört den Schafen. Wir wählten den zunächst schattigen Weg Richtung Noor. Auch hier galt es, den wahren Herdenführern, nämlich uns, treu zu bleiben. Es gelang problemlos. Die Gelegenheit auf Wasser an der stetig sprudelnden Quelle ließen sie ungenutzt verstreichen, nicht so wir. Es schmeckt einfach gut!!

Der letzte Teil des Weges führte uns vorbei an der Freilichtbühne der Midgaard Skalden und über die Hochburg zurück zum Nordtor und war geprägt von offensichtlicher Müdigkeit und Sättigungsgefühl. Zurück am Viehanhänger waren wir nach zwei Stunden entspannten Wanderns. Das Projekt “Historische Ziegenwanderung in Haithabu” kann anlaufen.



Neugier

Tagebuch Posted on Thu, August 30, 2018 08:42:40

Es ist nicht lange her, da sollte eine große Party im Garten steigen. Das ist schon was Besonderes, nicht nur für Mensch auch für Tier. Direkt am Gehege errichteten wir zunächst einen Pavillon. Dazu mussten Stangen sortiert werden. Dieses Hin und Her, eine Stange dort, eine hier, wurde durch synchrones Kopfdrehen – ähnlich der Zuschauer in einem Tennisstadion – beobachtet. Kaum stand das rostige Gestänge, versuchte Rannvi, unsere mutigste Ziege, mit der Schnauze durch den Zaun daran zu knabbern. Da dieses Unterfangen Rannvi keinen Schaden zutrug, beteiligten sich auch gleich die anderen an der Kostprobe. Als die Abspannschnüre in’s Spiel kamen, drängte sich Lüttich in den Vordergrund, der grundsätzlich an allem lutscht, was baumelt. Es ist nicht so, dass uns nicht ein klitzekleines schlechtes Gewissen an diesem Abend plagte, da die Ziegen bereits tagsüber einen langen Waldspaziergang hinter sich und natürlich ihre Ruhe verdient hatten, die wir mit lauter Musik und typischer Partygeräuschkulisse störten. Mit “macht nix, ist ja nur einmal” und “die werden schon schlafen” versuchten wir uns zu beruhigen. Mit einsetzender Dunkelheit und zeitgleich entfachtem Lagerfeuer standen sie dann am Zaun und guckten in’s Feuer. Kennen wir schon, machen sie immer, wenn Feuer brennt. Als dann aber zu deutlich späterer Stunde und gestiegenem Promillewert die Metalfraktion der Gäste sich was wünschen durfte, kamen sie erneut aus dem Dunkel ihres Geheges und guckten interessiert durch den Zaun. Aha Metalfreaks sind sie also. Dann war unsere Sorge wohl umsonst. Am nächsten Tag waren sie alles andere als müde, was man von uns nicht behaupten konnte.



Heu

Tagebuch Posted on Sun, August 19, 2018 19:04:28

Da der Sommer in Schleswig-Holstein heiß und trocken war, ist die Heuernte deutlich schlechter ausgefallen. Da unsere Ziegen Feinschmecker sind und längst nicht jeden trockenen Grashalm verspeisen, zeigt sich am Futterhorizont eine größer werdende Regenwolke. Durch allerlei Ablenkung in diesem Mega-Sommer haben wir sie bisher nicht wirklich wahrgenommen bis … ja bis gestern. Also haben wir unsere Heuquelle angezapft, die zum Glück noch flüssig ist und gekauft, was möglich war. Doch nun sind alle Plätze belegt in unserem Schuppen … auch die, die vorher für das Holz reserviert waren. Was tun? Ohne Holz bleibt’s kalt im Winter und ohne Heu wird’s laut durch vorwurfvolles Meckern in unsere Richtung. Bleibt nur die Gartensauna. Die war eh noch nicht ganz fertig. Nun ist sie Heulager.